Mittwoch, 22 September 2021

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Kunst: Triadisches Ballett - Jahresausstellung 2019

Sprachen: Frankreich-Austausch mit Montélimar in Kl. 8: Pont d'Arc im Tal der Ardèche

Naturwissenschaft und Technik- Profil: Jugend forscht 2017

Musik ist uns wichtig: das Sommerkonzert 2019

Schwerpunkt Theater: Shortcuts - Jugend macht Theater 2019

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Spiritueller Impuls zu Beginn des neuen Schuljahres 2021/22

Bildquellen: Wikipedia, Atemschutzmasken bzw. Christo und Jeanne-Claude

Maske tragen, fast überall, Masken, wohin man blickt, nun auch wieder in der Schule. Die andern und sich selbst schützen, Rücksicht nehmen auf die Gefährdeten. Das ist uns nun schon fast Alltag geworden. Schon gut. Jaja. Aber wir vermissen auch viel, können nur einen Teil eines Gesichtes anschauen und den einen oder anderen erkennen wir erst auf den zweiten Blick oder auch gar nicht. Da geht einiges verloren, an Mimik, an Ausdruck, an Nähe und Begegnung.

Freilich; das Künstlerehepaar Christo und Jeanne-Claude hat immer wieder öffentliche Monumente wie den Pont Neuf (oder demnächst den Arc de Triomphe) und Landschaften in Stoffe eingepackt und damit erreicht, dass Menschen das Enthüllte danach wieder genauer betrachten. Sie wollten mit der Sehnsucht der Menschen nach dem Wirklichen arbeiten und haben das faszinierend umgesetzt. Wirft da jemand ein: Aber die haben es freiwillig gemacht und sie hatten Spaß an Planung und Umsetzung! Und wir? Vielleicht passen die Ideen von den beiden auch zu unseren Masken: dass wir Sehnsucht bekommen, uns mit ganzem Gesicht zu zeigen, den anderen ganz zu sehen, mit allen Gefühlen, mit aller Mimik, mit dem ganzen Ausdruck. Und vielleicht ergibt sich auch eine Dankbarkeit und Bescheidenheit, wie sie der Dichter Matthias Claudius in seinem Gedicht „Täglich zu singen“ beschreibt: Ich danke Gott und freue mich wie‘s Kind zur Weihnachtsgabe, daß ich bin, bin! Und daß ich dich, schön menschlich Antlitz habe; Daß ich die Sonne, Berg und Meer, und Laub und Gras kann sehen, und abends unterm Sternenheer und lieben Monde gehen. Ich danke Gott mit Saitenspiel, daß ich kein König worden; ich wär‘ geschmeichelt worden viel, und wär‘ vielleicht verdorben. Und all das Geld und all das Gut gewährt zwar viele Sachen; Gesundheit, Schlaf und guten Mut kann‘s aber doch nicht machen. Gott gebe mir nur jeden Tag, soviel ich darf zum Leben. Er gibt‘s dem Sperling auf dem Dach; wie sollt‘ er‘s mir nicht geben! Die gegenwärtige Zeit könnte eine Gelegenheit sein darüber nachzudenken, wie ich mich und mein Gesicht gern zeige und welche Gesichter ich gerne anschaue, was mir in meinem Leben und an anderen Menschen wichtig ist, was mir ein Ansehen verleiht und was bei mir Ansehen hat, nach was ich mich sehne, was ich nochmal sehen und erleben möchte, aber auch, was ich wirklich brauche und von was ich lebe, mag es auch noch so einfach und bescheiden sein. Dafür aber wesentlich. Ein letzter, religiöser Gedanke noch dazu: viele unserer ökumenischen Gottesdienste enden mit dem aaronitischen Segen. Er erinnert uns daran, dass wir glauben dürfen, dass Gott uns immer anschaut und liebevoll ansieht, wie es Eltern mit ihren Kindern tun. Dass wir bei Gott ein Ansehen haben und als sein Ebenbild unendlich kostbar in seinen Augen sind, auch wenn es uns in manchen Situationen schwerfallen mag, uns mit unseren Gesichtern, Gefühlen und Mängeln anzunehmen. Dann und gerade dann ist es wichtig, dass uns ein anderer sagt, dass er uns mag und dass wir ihm kostbar sind und dass es uns jemand auf den Kopf zusagt, denn mich selbst kann ich nicht segnen. Jemand, der uns segnet, also uns etwas „Gutes sagt“ - so die Übersetzung des lateinischen benedicere - das können viele Menschen sein, die Eltern, MitschülerInnen, Lehrerinnen oder wer Euch sonst einfällt. Ich wünsche uns jedenfalls ein gutes Schuljahr, das uns sein freundliches Gesicht zeigt, den Blick für unsere Freuden und Nöte, aber auch die Sorgen der Anderen schärft, uns in guter Gemeinschaft durch das Jahr geleitet und das viele Lichtblicke für uns bietet. Das fasst der Aaronitische Segen in kurzen, treffenden Worten zusammen, sprechen wir ihn uns gegenseitig zu: (gern dürft ihr einem Nachbarn dazu die Hand auf die Schulter legen) Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht über dir leuchten und sei dir gnädig. Der Herr wende sein Angesicht dir zu und schenke dir Frieden und Heil. Das gewähre uns der dreieine, liebende Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.

Für die Fachschaft Religion

Christof Bumüller - Schulseelsorger

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